Dienstag, 6. März 2012

angekommen...endlich!


Hallo liebe Blogfreunde,

das wars dann mit Rishikesch. Gestern Morgen in der Früh gings für Simone und mich auf in Richtung Agra.
Aber zuerst berichte ich euch mal noch von unserem letzten Tag in Rishikesch.

Wir hatten einen super aktiven Tag. So spazierten wir morgens vor dem Frühstück etwa 1 Std bis zum nächsten ATM (Geldautomat), hatten grandioses Frühstück, schliefen noch mal für eine halbe Std, starteten unsere fast 3stündige Wanderung zu den Wasserfällen, legten dort ein Obstpicknick ein und machten am Abend dann noch eine ganz besondere Erfahrung: Ich sag nur Dance-Meditation! Ja, ihr habt richtig gelesen.







Anfangs dachten wir uns noja, schaun wa halt mal… wollten die Sache aber schon ernst angehen. Und so saßen Simone und ich mit rund 30 anderen Leuten auf dem Boden eines vllt 35m² großen Raum. Wir bekamen kurz den Ablauf erklärt, schon ging das Licht aus und die Musik an. Zusätzlich sollte jeder die Augen schließen. Und ab ging die Post!


Es lässt sich kaum in Worte fassen, was sich während dieser einen Stunde abspielte.
Es wurde getanzt, geschrien, geklatscht, gebrüllt und ohne Ende geschwitzt. Ich fühlte mich zwischenzeitlich wie auf der größten Party überhaupt. Zwischendrin stoppte die Musik immer mal wieder und jeder musste in der jeweiligen Position, in der er sich gerade befand, ausharren und auf seine eigene Atmung konzentrieren. Simone und ich waren klitschnass geschwitzt, wie alle in dem Raum. Selbst der Boden war nass vom ganzen Schweiß. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nie damit gerechnet hätte, dass wir so einen Spaß dort haben würden. Es tat wahnsinnig gut mal alles aus sich raus zu schreien und nach 3 Monaten auch noch mal richtig abzutanzen.


Darauf folgte die 3te Nacht in Folge, in der ich so gut wie kein Auge zu machte. Doch um 5 war dann auch Simone wach und wir hatten geschlagene 20 min Zeit, den Hügel raufzulaufen um unsere bestellte Rikscha zum Zug zu erreichen. Zwar ziemlich müde aber guter Dinge erreichten wir 1Std später den Bahnhof in Haridwar. 
Wir tranken einen Chai, aßen Obst&Kekse und erfreuten uns an dem Anblick anderer Passagiere. 




Die erste Zugfahrt bis nach Dehli war super lässig, So hatten wir fast ein ganzes Abteil für uns allein und ich konnte noch etwas Schlaf nachholen. In Dehli angekommen waren wir umgeben von Soldaten, Soldaten und noch mal Soldaten und Massen anderer Leute. Unser Bahngleis war gerammelt voll. 




Es war zu dem unerträglich heiß in der Sonne und die Schattenplätze längst belegt. Planmäßig hätten wir knapp eine Stunde Aufenthalt in Dehli gehabt… in Wirklichkeit waren es 3Std. Der Zug hatte Verspätung, ein betrunkener Inder wollte uns weiß machen, wir seien am falschen Bahngleis.. wir fragten weitere Passanten um uns herrum, die uns bestätigten wit seien hier richtig… der Mann mit fürchterlicher Fahne kam immer näher, überreichte uns ständig seinen Dienstausweis (Militär) und versuchte uns irgendwas zu erzählen, was wir beim besten Willen nicht verstanden.
Als er uns dann noch Chips und ein Getränk aus dem Nichts übergeben wollte, flüchteten wir. Kaum einen neuen Platz gefunden, umlagerten uns die ersten bettelnden Kinder.
Simone hatte noch Bundstifte dabei und ich sponsorte Papier, dass wir den Kindern dann schenkten. Mit einem strahlenden Gesicht zogen sie zu ihrer Mutter, die mit weiteren Frauen und Kindern auf dem Boden saß. Sie malte uns ein Herz und schrieb was auf Hindi.
Wir waren beide gerührt. Malten natürlich auch ein Herz, eine Blume, eine Sonne sowie einen Smiley und schrieben „viele Grüße aus Deutschland“.



Danach wurden wir mal wieder von Indern belagert, die zig Fotos mit ihren Handys schossen… ich sagte nur „Excuse me, at least you should ask!“ Doch erst als ich selbst meine Kamera zügte um die Herren auch mal zu fotografieren, rannten sie davon. Sowas nerviges…
Der Schweiß lief und die Rücken entlang, doch die Warterei nahm mal wieder kein Ende. Tja… irgendwann wurden die Menschen um uns rum dann unruhig und verteilten sich in die eintreffenden Züge. Simone und ich waren etwas hilflos, da unser Zug weder auf der Anzeigetafel mehr erschien noch sich irgendwo zu erkennen gab. Jeder den wir fragten, schickte uns in eine andere Richtung. Schließlich saßen wir dann in einem Zug… heilfroh und glücklich… bis wir 45min später durch Zufall mitbekamen, dass wir im falschen!!!! Zug saßen. Die gute Nachricht, der Zug würde in Agra stoppen. Wir waren dennoch beide fix und fertig mit den Nerven und zudem war der Zug gerammelt voll.







Glücklicher Weise hatte ich uns schon ein Zimmer im Vorfeld reserviert und den Gasthaus Besitzer gebeten uns einen Rikscha an den Bahnhof zu schicken, so dass wir uns das ganze verhandeln und rumstreiten diesmal ersparen können. Er bestätigte die Reservierung und gab uns seine Nummer für den Fall, dass wir uns verspäten. Bei dem ersten Anrufversuch funktionierte es nicht… doch irgendwann kam eine erlösende SMS „Room and Rikscha driver are waiting for you.“ Und so wars dann auch… am Bahnhof stand ein junger Inder mit Schild. Wir bezogen nur noch unser zum Glück richtig schönes Zimmer, aßen ne Kleinigkeit und schliefen völlig erschöpft ein.


Normalerweise wären wir heute zum Sonnenaufgang schon zum nicht mal 300m entfernten Taj Mahal gestürmt, doch wir entschieden uns dazu auszuschlafen, schön zu frühstücken (auf dem Bett) und einfach mal nichts zu machen.



Das Taj Mahal steht für den morgigen Sonnenaufgang auf dem Zettel sowie ein Kinobesuch am Mittag und die Weiterreise nach Varanasi am späten Abend. Wieder 13Std Zugfahren.

Die nächsten 3Tage herrscht in ganz Indien übrigens Ausnahmezustand wegen des Holi Festivals. Es werden unmengen an Alkohol fließen und ich bin gespannt, wie wir den Trubel überstehen. Nach Varanasi geht’s für Simone dann weiter nach Nepal und für mich nach Darjeeling.
Die 3te und dann auch entgültige Verabschiedung.



Zu Agra kann ich euch nur so viel sagen: bettelarm und sehr sehr schmutzig!