Mittwoch, 11. April 2012

Sie lebt! Sie lebt!

Hallo ihr Lieben!

Oh man... jetzt plagt mich aber wirklich das schlechte Gewissen... ich hatte doch schon längst schreiben wollen... aber erst hatte ich in Holland kein Internet und als ich es dann hatte, fehlte mir gewisser Maßen die Muße zum schreiben. 

Nichts desto trotz ich hole das jetzt nach!

Also ganz von vorn... am 03.April gings um 4:30Uhr mit dem Taxi nach Colombo. 3 Stunden später (man beachte für eine Strecke von gerade ein mal 100km!!!) bin ich am Flughafen angekommen. Und schon begann das große Zittern! Wie schwer wird wohl der Koffer sein und bin ich unter der Beschränkung von 20Kg? Hatte ich mich bei meinem exzessiven Shoppingrausch vielleicht doch übernommen? Nö... 19,1Kg und wieder einmal bestätigt sich mein Reden "Ich habe mehr Glück als Verstand". Der Flug an sich war angenehm. Ich saß neben einem netten Ehepaar aus Emden. Kurzer Zwischenstopp in Dubai und nur wenige Stunden später stand ich schon am Gepäckband am Frankfurter Flughafen. Ich war kaum durch die Tür zur Eingangshalle schon kam mir meine Schwester entgegen gerannt und drückte mich so fest, dass ich befürchte immernoch blaue Flecken davon zu haben. Und wieder flossen die Tränen. Bei meinen Eltern würde ich sagen wars eine Mischung aus Freude und totaler Erleichterung. Es ist übrigens immer wieder schön nach Hause zu kommen, wenn man so herzlich begrüßt wird.



Zu Hause angekommen bekam ich schon den ersten kleinen Schock beim betreten meiner Küche... mein Küchentisch ähnelte dem Gabentisch einer Kommunion/Konformation. Briefe, Pakete, Umschläge alles stapelte sich. Ich habe noch grob vorsortiert, musste mich aber dann meinem Gepäck widmen, denn schließlich wollte ich den nächsten Tag ja schon nach Holland. Die Nacht habe ich übrigens nicht geschlafen. Trotz Wärmflasche und 3 Decken war mir eisekalt :(. 

Am nächsten Morgen gings dann zum Friseur. 5 Stunden später war ich soweit zufrieden und machte mich auch von dort aus direkt auf den Weg nach Holland. Mit 2 super CD's im Gepäck verging die Zeit wie im nu. 4,5Std später gegen 19Uhr dann also endlich am Ziel. Das Wetter leider durchwachsen. 
6 Tage Heilfasten, 6 Tage voll Kopfschmerzen, Müdigkeit und Kälte. Aber ich habe es durchgezogen und fühle mich besser denn je :) und die Ruhe hat mir wirklich gut getan. So konnte ich mental ganz in Ruhe wieder ankommen. Gestern früh um halb 6 gings dann zurück in die Heimat.

Und gestern war ein besonders schöner Tag! Ein Freund von mir, der in Frankfurt Schauspiel und Gesang studiert hat und inzwischen für das Schauspielhaus Hamburg spielt, ist derzeit in Siegen und spielt im Apollo Theater. So traf ich mich gestern Mittag mit ihm und schaute mir Abends das Stück "Die Gerechten" an. Heute Nachmittag ist noch eine weitere Aufführung, welche ich mir natürlich auch noch ansehen werde "Nur ein Tag". Mensch Marios, wer hätte damals schon damit gerechnet, dass ich dich mal in Siegen spielen sehen würde.

Jetzt gleich gehts aber erst mal zu meiner lieben Oma, dann zum Arbeitsamt, dann Theater. Morgen zur Krankenkasse und Freitag zum Arzt. Parallel dazu läuft die Waschmaschine im Dauerlauf und ich versuche alle irgendwie unter einen Hut zu bekommen.

Das Voting für den indischen/singhalesischen Abend ist übrigens beendet. Das Interesse überwiegt eindeutig :). Das freut mich natürlich. Sobald ich die ersten bürokratischen Hürden genommen habe, beschäftige ich mich mit der Terminfindung und lasse es euch natürlich auch früh genug wissen. 

Bis Bald :)



Montag, 2. April 2012

Countdown läuft...


Ach ja… jetzt ist der letzte Tag also wirklich gekommen… L
Der letzte Tag mit Temperaturen über der  30°C Marke, mit Strand und Meer und String Hoppers oder Fischcurry zum Frühstück. An der Stelle sei mal betont, dass ich inzwischen besser mit den Händen essen kann als zuvor mit Messer und Gabel :D .

Ich versuche jetzt nicht an die scheiß Fahrt zum Flughafen zu denken, die übrigens für mich um 4:30Uhr beginnt, oder dem Flug der den kompletten 3ten April dauert. Ich olle Nuss musste natürlich nen Flug buchen, der tagsüber geht und nicht wie sonst einen Übernachtflug. Der Vorteil von einem Übernachtflug liegt klar auf der Hand… Auch im Flugzeug ist mal Nacht, in welcher mindestens 85% der Passagiere schlafen und das Licht an Bord gedimmt ist… tagsüber dagegen laufen nonstop irgendwelche Filme und die Leute sind generell auch unruhiger.

Aber hey, irgendwann komme ich dann an und werde meine Lieben zum ersten Mal wiedersehen und in die Arme schließen. Ich denke das hat doch auch schon ne ganze Menge für sich ;) . Und übermorgen früh sitze ich dann auch schon bei meinem Friseur, quatsche mir die Seele aus dem Leib und lass das was sich eigentlich Frisur nennt, wieder richten.
Mir meine schönen Haare dunkel zu färben, hätte ich mir auch sparen können. Die sind inzwischen wieder annähernder so hell wie vor der Färbaktion. Naja… der gute Wille war immerhin da ;) und ob blond ob braun die Inder häts wahrscheinlich am wenigstens gejuckt.

Ich möchte mich an der Stelle bei euch allen bedanken!!! Für euer Mitfiebern, eure Motivationsmails und lieben Grüße, euren Trost und euer treues lesen J .
Bei so ner tollen Bloggemeinde und so viel liebem Feedback, ging das Schreiben ja fast von ganz allein.

Mal schauen wie ich drauf bin, eventuell blogge ich aus Holland noch weiter und gebe ein paar erlebte Storys noch zum Besten. Falls nicht, so hört ihr sie – so fern ihr denn wollt- bei unserem Wiedersehen ;) . Dann gibt es neben den ganzen Fotos, die ich nicht hochgeladen habe auch noch ein paar Videos anzuschauen. Klar kann man Indien beschreiben… aber so ein Video kann das alles noch viel besser wiedergeben, als meine simplen Worte es je könnten. Ich überlege übrigens einen Indien/Sri Lanka Abend zu machen… würde dann natürlich indisch und singhalesische Speisen kochen, euch wilde Storys aus dem noch wilderen Indien und vom verrückten Sri Lanka erzählen.  Ich habe oben auf der Seite ne Umfrage gepostet. Stimmt mal fleißig ab oder schickt mir ne E-Mail.

Meine letzten Stunden sind gekommen, wünscht mir ne angenehme Rückreise!!!!

Bis ganz bald!

Sonntag, 1. April 2012

3 1/2 Monate einfach so... vorbei


Das schreit doch nahzu nach einer anständigen Zusammenfassung inkl. Feedback.

Aber wo soll ich da nur anfangen?

Eines und das ist klar, das muss hier an dieser Stelle auch mal zugegeben werden: Indien war ein klasse Trip, aber nicht immer nur ein guter! Es ist ein Land wie kein anderes und keines hat mich bisher auch nur annähernd so schockiert und fasziniert zu gleich! Indien hat mich aber auch gefordert und mir doch noch ein paar Dinge über mich selbst gezeigt...

Aber wie kann man auf die Schnelle wiedergeben wie Indien war, ich versuch es einfach mal mit dem Beispiel einer Situation; wie man sie tagtäglich in Indien erlebt: dem Straßen überqueren.

...alles prasselt auf dich ein, verschiedene laute indische Musik (die stark scheppert), Motorengeräusche, Hupen, Hundgebell, spielende Kinder und schreiende Verkäufer, achso und hatte ich Hupen schon erwaehnt? Ein Wahnsinns Lärmpegel wenn man bedenkt, dass du direkt auf der Strasse läufst und egal ob Rikscha oder riesen LWK, dir immer schön in die Ohren gehupt wird, ignorieren... pah! Kaum möglich! Und es wird auch gehupt, wenn du nicht gerade dem Fahrer im Weg stehen/gehen solltest... hupen, so hatte ich das Gefühl, gehört in Indien zum guten Ton ;).



Aber auch dein Riechorgan wird gefordert, da passiert es nicht nur einmal, dass du innerhalb von 2 Meter, den besten Essensgeruch überhaupt in der Nase hast und direkt darauf in den wiederlichsten Kloakegeruch oder furchtbarsten  Uringestank läufst und du einfach nur hoffst, nicht sehen zu müssen, woher der jetzt schon wieder kommt. 

Alles riecht, Abgase, Tiere, Müll und es ändert sich alle Nas lang, von Meter zu Meter. Vom Duft frisch aufgebrühten Masala Chai Tee bis zu frisch frittierten Samosas (gefüllten Teigtaschen) von gewaschener Wäsche über Blumen bis zum vergammelten Müllgestank.

Und der grösste Teil. den du zu verarbeiten hast, kommt natürlich über die Augen! Allein schon der Verkehr! Da ist nichts mit „rechts vor links,“ „Einer nach dem Anderen“ oder Ampeln und Zebrastreifens, des Fußgängers größte Sicherheit.
Nein, da gelten eher Regeln wie, „wer bremst verliert, „der Grössere hat immer Vorrang“ und wer nicht „hupt ist doof! Zwischendrin Kühe, Affen und Hunde, Fahrräder, Fussgänger, Roller, Ochsenkarren, fliegende Händler, Rikschas, Gespanne, LKWs, Busse usw.  – Gehsteige? Fehlanzeige!

Und auch des Leben spielt sich alles auf den Strassen ab, da wird repariert, Chai getrunken, Geschäfte gemacht, Obst verkauft, selbst gebügelt, Haare geschnitten und Bärte rasiert oder gar Essen gekocht! 
Wenn es eines gibt was dir in Indien niemals passieren wird ist es, 1. das du hungern musst, es gibt immer und überall Essen, 2. du bist niemals allein, selbst wenn du mitten in der Nacht um 3 Uhr irgendwo ankommst sind immer Leute schon oder noch wach und 3. Transport ist auch immer verfügbar,  sofern du denn gewillt bist den oftmals astronomischen Touriaufschlag zu zahlen.



  
Weiter mit der Strasse, du läufst also und versuchst dich zu konzentrieren bzw. am Leben zu bleiben, dem Verkehr auszuweichen, während du ständig angesprochen wirst... „YES MADAME YEEEEESSSS“… "WANT TO SEE MY SHOP?“ …  "NEEEEED RIKSCHA?" ... "EXCUSE ME. WHERE ARE YOU FROM?..."… „PLEASE, MADAME YES, HELLLOOOO!!!!“ usw... am Anfang ist das ja noch ganz nett und du versuchst zumindest höflich den Kopf zu schütteln, am Ende denkst du aber einfach nur noch "Ja richtig, ich bin weiß, ich bin Touri und habe im Vergleich zu dir viel Geld. Nein, ich habe keine Lust von dir über den Tisch gezogen zu werden und möchte auch nicht fotografiert werden und jetzt hau ab und nerv mich nicht, du merkst doch das ich dich ignoriere!“
  
Gerade im Norden hatte ich immer öfter des Gefühl gnadenlos abgezockt zu werden, nur weil ich deutsche Blässe statt indischer Bräune trage!  Das hat mich schon ein bisschen traurig gemacht, machen die Menschen doch ein Land erst spannend!

Essen ist übrigens ein riesen Thema! Und ja man muss es ihnen lassen, sie wissen was schmeckt und leider auch was viele Kalorien und noch mehr Fett hat! Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten, die Auswahl an vegetarischen Gerichten könnte nicht grösser sein! Local Veg-Restaurants sind an jeder Ecke reichlich zu finden. Kulinarisch ist Indien ein absoluter Hochgenuss!




Und nicht zu vergessen… die indischen Männer!!!!
Es ist schon was dran an dem Gerücht, dass die Männer in Punkto Bevölkerung in Indien Haushoch dominieren… das riecht man nicht nur (Uringestank) sondern sieht man auch (wandelnde Schnurrbärte in Schlaghosen so weit das Auge reicht). Ich habe ja nix gegen Männer. Aber der indische Pöbel hat meine Nerven wirklich herrausgefordert. Ungefragt tausende von Fotos schießen… pausenloses Anstarren, wildes Gegrabsche in der Menge… und dann wirklich zu glauben, dass wenn sie mir ein „HELLOOOO WHERE ARE YOU FROM? MAAAAADAAAAAAAAME“ entgegen rufen, ich mich Hals über Kopf in sie verliebe. Nee nee Schätzchen, so läuft das hier aber nicht!

So ab und an hätte ich ja gern so nem Inder mal ne Leinwand vor der Nase runtergezogen und ihm ein Filmchen vorgespielt, WIE das Leben in Deutschland so abgeht. Da ist nix mit auf die Straße pinkeln, Rotze literweise hochziehen und durch die Gegend spucken, Chai trinken auf der Straße und Preise verhandeln usw. Vonwegen! Und die ach so traumhafte weiße Frau entpuppt sich dann zum empanzipierten Volldrachen und lässt sich alles, aber sicherlich nicht bevormunden! Willkommen im 21.Jahrhundert des entwickelten Teils der Erde! Ich hoffe Sie hatten einen angenehmen Aufenthalt.
Wenn Indien für mich ein Kulturschock ist, dann gilt das Gleiche auch für die Inder im Bezug auf Deutschland.

Schade das ich auch zum Ende hin so ein bischen das Vertrauen verloren habe, da fragt man nach dem Weg, denkt man bekommt den richten Weg gezeigt und am Ende findet man heraus, dass es anders doch einfacher gewesen wäre und sie einen mit nem Umweg dazu bekommen haben eine Rikscha zu nehmen usw.
Aber ich glaub hier muss man einfach einhaken und Verständniss zeigen für ein Land, dessen Kultur, Religion und Lebensvorstellung anders nicht sein könnte! Hallo, wir haben junge Männer getroffen die stolz darauf waren in 5 Jahren verheiratet zu werden, ein Inder war völlig bestürzt, als er erfahren hat das Frauen am Wochenende in Bars/Diskotheken gehen und wieder andere waren geschockt, dass man in Deutschland Mitte 20 spätestens Zuhause auszieht, allein deswegen kann ich Indien nicht böse sein!

... soll jetzt aber nicht heissen, alles in Indien war schrecklich! Ganz im Gegenteil! Was mir gefallen hat, habe ich ja immer zum Besten geben, wollte nur auch mal gesagt haben, es geht auch anders und wer hierher fährt muss mit allem rechnen :-).

Nach Indien war Sri Lanka übrigens wesentlich entspannter für mich als noch im Dezember.
Sollte von euch wer überlegen auch mal nach Indien zu reisen, so lasst euch gesagt sein fangt im Süden an! Gewöhnt euch langsam an das Chaos, Essen und Leute und reist dann peu a peu nach Norden. Sonst könnts nen Horrortrip werden.


Zurückgelegte Km in Indien: ca. 8300
Zurückgelegte Km auf Sri Lanka: ca 1600
Zurückgelegte Km gesamt: 9900

Da die Werte nur Schätzwerte von Googlemaps sind und gerade in Indien nicht immer der einfachste/kürzeste Weg verfügbar war, dürfte ich locker über die 10.000Km gereist sein.
Mein lieber Scholli, das nenne ich doch mal ne Zahl!

Meine Lieben... ich fahre nun ein letztes Mal zu meiner alten Schneiderfrau, genieße meinen vorletzten Sonnenuntergang und schreibe dann morgen meinen letzten Post aus Sri Lanka. 

Bis dahin :)


Mittwoch, 28. März 2012

101 Tage weg von zu Haus :)

Hallo liebe Bloggemeinde :)

Ja, man mags kaum glauben. aber gestern habe ich die 100 Tages-Marke überschritten.
Was sich für manche schon wie eine halbe Ewigkeit anfühlt (vor allem für meine Titti), kommt mir vor wie mhhh vielleicht 3 Wochen.

Gestern habe ich dann mal angefangen meine Fotos auf dem Laptop nach Städten zu sortieren. Dabei habe ich Indien noch mal komplett Revue passieren lassen. Mein Gott, so viele Eindrücke... manche Bilder habe ich mir gewiss 3 Mal angesehen und immer noch gedacht Wahnsinn.. haste echt erlebt. Da warste mittendrin. 

So langsam aber sicher geht meine Reise dem Ende zu und ich muss ehrlich sagen, dass hier mal wieder ein weinendes und ein lachendes Auge im Spiel ist.
Natürlich freu ich mich auf Familie, Freunde, die Waschmaschine (juhuuu das Handwaschen hat ein Ende), steriles Bad und meine Küche... nicht zu vergessen meine Highheels :D , aber auf der anderen Seite ist die Zeit so schnell vorbei gegangen, ich habe völlig neue Seiten an mir entdeckt, bin gelassener geworden und habe tolle Menschen kennengelernt, dass ich ein wenig traurig bin, das nun gegen das Hamsterrad Deutschland wieder einzutauschen.

Es gibt ein französisches Sprichwort "Partir, cèst mourir un peu" - "Abschied nehmen, ist immer auch ein bisschen sterben." Da ist was Wahres dran.

4 Tage bleibe ich noch in Hikkaduwa, dann mache ich mich auf nach Colombo um am 3ten April pünktlich meinen Flieger nach Frankfurt zu kriegen. 

Jetzt berichte ich euch aber erst mal noch von meinen letzten Tagen bevor wir hier alle noch in Trauer untergehen ;)) .

Wie ja bereits berichtet, vergeht kein Tag an dem ich nicht bei einer Näherin die Nähstube auf den Kopf stelle, Bestellungen abhole, Sonderwünsche äußere oder einfach nur mit den Damen ein Schwätzchen halte. Vor ein paar Tagen hatte ich mal wieder Sonderwünsche und war zur Stoffauswahl bei einer der Näherinnen... ich wählerisches Kind wurde aber nicht fündig, weshalb mir die Näherin den Tipp gab, in einen Stoffladen nach Galle zu fahren. Gesagt getan, am nächsten Morgen saß ich im Bus nach Galle... 




Liebe Leute was sie mir als Stofflädchen angepriesen hatte, entpuppte sich als 5 Stöckiges Einkaufscenter, die von Ausgehtäschen bis Zimmerschloß wirklich alles im Angebot hatten. 4 Stunden später war ich nassgeschwitzt und gut 30€ leichter wieder an der frischen Luft.
Meine Mission war also erfolgreich :) und die beiden Sonderanfertigungen sind nicht nur fertig, Nein sie sind auch wunderschön!



Am 12 April feiern die Buddhisten Neujahr. Und Neujahr heißt wer Geld hat kauft sämtlichen Krempel neu. Und ich dachte wir leben in ner Konsum und Wegwerfgesellschaft ;). Dementsprechend war auch viel los in dem Einkaufscenter. Es gab keine Klimaanlage und die Ventilatoren sorgten auf der großen Fläche, auch nicht wirklich für ne kühle Brise. Hätte ich mein Wasserflasche nicht gehabt, wäre mein Kreislauf wahrscheinlich zwischen Regal und Wühltisch mehrfach kollabiert. Den singhalesischen Wühltanten machte die unangenehme Hitze allerdings nichts aus. Es flogen Saris, Tischdecken, BH's und Kinderkleidung durch die Gegend, wie ich es sonst nur vom Sale bei Mango kenne!

In Indien habe ich mich öfters gefragt, ob die Frauen überhaupt BH's tragen, weil ich nirgends welche gesehen habe... Bei den Singhalesen weiß ich es besser... die tragen nicht nur BH's sondern zum Teil derartige Pushups, das selbst mir als bekennende Pushup-Trägerin, fast die Kickerlchen ausm Kopf gefallen sind! Also von einer erschummelten Körbchengröße kann da nicht die Rede sein... das sind locker 3. Schaumstoff und Füllmaterial lassen grüßen. Sollte also einer von den mitlesenden Herren hier mal ne Singhalesin abschleppen... kalkuliert die 3 Körbchengrößen besser mit ein ;))).
Junge junge, ich habe auch wieder Themen drauf. Ich sags euch zum Ende hin wird hier nicht nur aus dem Nähkästchen geplaudert.

Mein letzter Post wird das hier noch nicht sein, so viel sei euch schon mal gesagt. 
Also weiterhin noch fleißig klicken, noch bin ich nicht zu Hause :) .

Bis zum nächsten Post ihr fleißigen Leseratten!


Freitag, 23. März 2012

Die 4000er Marke ist geknackt!!!!!!!


Hallo aus der Ferne !

Einen rieeeeeeeeesen Tusch! An euch meine Lieben… ihr habt die magische 4000er Marke geknackt! Da weiß ich gar nicht was ich sagen soll. 
Entweder besuchen einige von euch meine Seite mehrmals täglich, oder ich habe inzwischen ein wirklich großes Publikum! 
Was immer dahinter steckt ganz egal, ich freue mich riesig über so viele Aufrufe und euer Interesse. Fühlt euch also alle mal ganz fest gedrückt J.

Was gibt es so Neues zu berichten, lasst mich überlegen…
Mein Magen ist wieder Schuss und das Hungergefühl zurück. Ich kann also wieder essen ohne mich kurz drauf übergeben zu müssen.

Die letzten Tage habe ich am Strand und in Nähstuben verbracht. Mehrheitlich wohl in den Nähstuben. Habe dort nach Stoffen und Bordüren gewühlt, verschiedene Materialien zerzaust und wieder zusammen gefaltet, dabei viel gelacht, geschwätzt und vor allem geschwitzt.

Die Resonanz meiner Streifzüge kann sich soweit sehen lassen.
  • 7 Oberteile
  • 6 Seidenschals
  • 14 kleine Geldbeutel
  • 2 große Taschen
  • 2 Bettüberwürfe
  • 4 Armreifen
  • 2 Kleider, weitere sind noch in der Anfertigung


Jetzt könnte man ja denken „ hat die Alte nen Knall?“, aber ich erinnere euch an mein Vorhaben… die Klamotten sind also nicht für mich, sondern rein fürs Geschäft um auszutesten, was sich denn so verkaufen lässt. 
Das gleiche gilt übrigens auch für die 8 Paar Schuhe und den Bündel Armreifen, die ich im letzten Post erwähnt hatte. Kaum war der Beitrag veröffentlicht, schon bekam ich die erste Mail mit „Frau Aderhold Bescheidenheit und 8 Paar Schuhe? Das passt aber nicht wirklich zusammen ;) „.  
Also für alle die ebenfalls geschmunzelt haben… es handelt sich dabei um neue Schuhe, die zum Verkauf gedacht sind, nicht um meinen ausgelebten Schuh-Fetisch.

So viel dazu… mein Tagesablauf sieht momentan so aus:
Aufstehen, laufen gehen, duschen, Laufsachen waschen, zum Obst/Gemüse/Fisch-Markt radeln, Obst kaufen, Frühstücken, an den Strand gehen, Sonnenpause, Obst schnippeln, Nähstuben abklappern.


Übrigens neulich auf dem Obstmarkt…

Obstverkäufer: „Yes Madame, what you want?“
Ich: „Dont know yet… do you have Papayas?“
Obstverkäufer: „Papaya, here Madame, how much you like? 3?“
Ich: „Noooonoooo only one. One small Papaya, please“
Obstverkäufer: „Ok Madame, no problem“
Ich: „and these Oranges aswell“
Obstverkäufer: „You like Pineapple?“
Ich: „No… but how much is a Mango?“ (Ich liebe Ananas, lässt sich aber schlecht schneiden mit dem Taschenmesser ;) )
Obstverkäufer: „40 Rupees Mam. You want?“
Pause… ich untersuche die Äpfel vor mir kritisch auf Druckstellen
Obstverkäufer: „ Are you married, Mam?“
Ich: „ and two apples, thank you“
Obstverkäufer: „ You are beautiful Madame“
Ich: „ how much do you get for the fruits?“
Obstverkäufer:“ 3²+7/45*9³-23%= 210 Rupees, Mam“
Ich: „Thank you, byebye“
Obstverkäufer: „ Wish you the most wonderfull day, Madame“
Ich: „ same for you, thank you“


Neulich im Bus…

Singhalese: „Where you from Madame?“
Ich: lächel, schweige und drehe den Kopf weg
Singhalese: „ Which Country? France?“
Singhalese: „Sweden?“
Singhalese: „Russia?“
Ich: spiele weiterhin die taubstumme
5min Später…
Singhalese: „Where are you from, Madame?“ 
Singhalese: „I like you“
Singhalese: singt bei dem Getöhse aus dem Radio mit… und scheint mich dabei anzuschauen
Ich: zeige weiterhin keine Reaktion
Singhalese: „Are you married, Mam?“

Oh ihr heiratswütigen Singhalesen…! So manches Mal habe ich schon verdutzt an mir heruntergeschaut, nur um mich zu vergewissern, dass ich morgens nicht in aller Eile ein Brautkleid statt einem Strandkleid übergeworfen oder eventuell einen Schleier statt einem Haarband aufgesetzt habe. Aber nö, negativ…  auch der Blick in den Spiegel gab mir bisher nicht wirklich Aufschluss darüber, warum die Männer hier immer gleich ans heiraten denken, wenn sie mich sehen… aber vermutlich hat das mehr was mit dem Wohlstand der Westler zu tun und dem Schönheitsideal der weißen Haut. 
Wahre Liebe ist heutzutage also nicht nur in Deutschland schwer zu finden ;).

Liebe Grüße in das frühlingsreife Deutschland und bis die Tage! 





Samstag, 17. März 2012

Lebenszeichen aus Sri Lanka :)


Ayubowan liebe Blogfreunde,

jajajajajaja ich weiß, ich weiß ich hätte läääängst wieder ein Lebenszeichen von mir geben sollen. Gerade wenn man schreibt, dass es einen gesundheitlich eiskalt erwischt hat, man fast 38Std Zugfahrt vor sich hat und noch dazu Indien verlässt… 3 besorgte Emails und 4 böse Nachrichten auf Facebook später melde ich mich nun also endlich zurück an der Bloggerfront.

Wie ist es mir ergangen? Ja… die Zeit verging zu meiner Verwunderung fast wie im Zeitraffer.
Kaum zu glauben, wie schnell die 37,5 Std im Zug vorbei gingen. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben. Der Bahnhof in Varanasi war gerammelt voll. Menschenmassen drängten sich mal wieder vom einen Gleis zum anderen. Auf dem Boden saßen überall verteilt kleine Grüppchen, die wenn sie nicht gerade ein Nickerchen hielten (ja in dem Trubel können Inder schlafen), damit beschäftigt waren sich Essen in den Mund zu schieben.
Es ist immer wieder ein Vergnügen die Inder am Bahnhof zu beobachten.Auch wenn ich diesmal keine Sprüche mit Simone klopfen konnte, denn die saß derweil schon in einem Bus in Richtung Nepal.


Nichts desto trotz geb ich hier mal ein paar unserer gesammelten Sprüche zum Besten:

  • Ein inder kommt selten allein
  • Rutsch mir doch den Inder herunter
  • Möge der Inder mit dir sein
  • Inder essant
  • Inder gration
  • Inder national
  • Inder aktion
  • Inder pret
  • Inder net
  • Inder city

 So nun aber weiter im Text.. wo war ich? Achja bei der Anreise. Der Zug war ausnahmsweise mal pünktlich und so stiefelte ich munter los zu meinem Wagon. Im Zug selbst herrschte helle Aufruhe. Eine Geschreie und Gezanke wie ich es selbst noch nicht oft in Indien erlebt habe, Der Grund? Die Sitzplätze waren irreführender Weise mit 2 Nummern versehen. Und deshalb wurde diskutiert und gestritten wem der Platz denn nu gehöre… 2 Std hat das Theater gedauert… dann lag ich endlich auf meiner Liege und schlief auch kurze Zeit später ein.
Mein Abteil teilte ich mir glücklicher Weise mal fast ausschließlich mit indischen Frauen. Ihre Blicke sind bei weitem nicht so störend, wie die der Männer. So wurde ich innerhalb der  37,5Std über 50mal gefragt ob ich was Essen möchte. Bekam Nüsse, Reis und Mandarinen hingehalten und versuchte jedesmal aufs Neue den Damen verständlich zu machen, dass ich Magenprobleme habe und deshalb nichts essen möchte. „Ahhhhh“ verständnisvolles Kopfnicken nach meiner 1a Kotzdarbietung und keine viertel Stunde später wiederholte sich das Schauspiel von vorne. Bemuttert wird man also nicht nur zu Hause ;) .


 
Mit der Zimmersuche war es natürlich auch wieder nicht ganz einfach… Chennai an sich ist als „teures Pflaster“ bekannt. So hatte ich ratzfatz meine Lonely Planet Tipps erfolglos abgeklappert (alle ausgebucht). Ich fand letzten Endes dann aber noch ein Bettchen zum schlafen (ein sehr bequemes sogar mit wahnsinns Kissen) Ja ihr Lieben, die Betten in Indien waren nicht immer das Gelbe vom Ei! Die Nacht über tat ich aber kein Auge zu, da ich von Mücken maltretiert wurde… es hing natürlich kein Moskitonetz über dem Bett und mein eigenes war schon verstaut… zu dem wäre es auch schwer geworden es irgendwie über dem Bett zu installieren.. so stand ich dann schon um 5 statt um 6 unter der Dusche und machte mich anschließend dann ganz in Ruhe auf den Weg zum Flughafen in Chennai.

Am Flughafen in Colombo gelandet, wurde ich von Edi und Werner (ihr erinnert euch an das Ehepaar vom Niederrhein, die ich in Varkala kennengelernt habe??) mit offenen Armen empfangen. Die Beiden sind ebenfalls bis Anfang April noch auf Sri Lanka unterwegs Hach ja, das war ein bisschen wie Familie wiedersehen. Einfach nur schön J. Mit den Beiden bin ich dann mit dem Bus in Richtung Süden aufgebrochen, nach Hikkaduwa. Hier habe ich bereits im Dezember schon einige Tage verbracht. Und ich hause auch wieder im drunkenmonkey und wer hätte das gedacht, sogar im gleichen Zimmer :D . Die Leutchen hier erinnerten sich natütlich noch an mich und freuten sich gleichermaßen mich doch so schnell schon wiederzusehen.

Wieso nun wieder SriLanka? Ja…eine berechtigte Frage.
Da muss ich jetzt etwas weiter für ausholen… holt euch schon mal Tee und Kekse und machts euch bequem ;) .

In Agonda, Goa hat sich bei mir gedanklich einiges getan. So habe ich nicht nur beschlossen relativ zeitnah auszuziehen, sondern auch beruflich ein neues Ziel ins Auge gefasst.
Von den Plänen hatte ich erst mal nur meinen Eltern und Titti ausführlich berichtet. Ich hoffe ihr verzeiht… teile ich doch sonst jede Neuigkeit sofort mit euch…
Jedenfalls spiele ich mit dem Gedanken mich selbstständig zu machen und zwar mit nichts geringerem als … *tusch* Mode!

Die liebe Simone stand mir in Indien schon treu als Einkäuferin zur Seite, als ich 8 Paar Schuhe!!!!! Und fragt mich nicht wie viele Armreifen, eingekauft habe. An der Stelle noch mal ganz ganz lieben Dank :* .
Auf Sri Lanka habe ich mir im Dezember 2 Kleider schneidern lassen. Eins schöner als das andere und so besonders, dass ich der Meinung bin, die importieren zu müssen.

So maschierte ich vorgestern also zu der Schneiderin meines Vertrauens und eröffnete ihr, dass sie mir wohl noch gut 10 Kleider nähen dürfe. Die Frau ist fast in Tränen ausgebrochen.. ganz fest gedrückt hat sie mich daraufhin und heute habe ich mit Edi zusammen die kleine Schneiderhütte auf der Suche nach geeigneten Stoffen auf den Kopf gestellt. Edi hat übrigens auch 2 Kleider in Auftrag gegeben, obwohl sie und Werner schon jetzt zu viel Gepäck dabei haben und sie mal dringend radikal aussortieren müsste…. FRAUEN!


Wobei das für mich ausnahmsweise mal nicht gilt. Ich bin mit meinem 45L Rucksack prima durch Indien getingelt… trotz der 8Paar Schuhe + dem riesen Bündel Armreifen und meiner ganzen Medikamente… Frau Aderhold hat sich wahrlich selbst übertroffen in Sachen Minimalismus und Edi sowie auch Simone zeigten sich ehrfürchtig vor der Leistung.

Oh ich schweife ab. Nun ja.  Zu aller erst werde ich Zuhause mal das Arbeitsamt aufsuchen und mich dann dort beraten lassen. Das Konzept steht jedenfalls und ich bin Feuer und Flamme für mein Projekt.
So kann ich nicht nur meine Reiselust mit dem Beruf verbinden, sondern auch meine Liebe zu Mode, Fashion, Accessoires. Und ganz nebenbei auch noch kreativ austoben was das Marketing usw angeht. Das ist genau das was ich machen will. Und ganz nebenbei, helfe ich auch noch den Leuten vor Ort siehe Schneiderin.

Die Selbstfindung die ich mir von meiner Reise erhofft habe, läuft also in vollem Gange.

Es ist die Kunst aus allen Umständen, die dir das Leben gibt das Beste rauszuholen und nach 2 verkorksten Jahren in denen ich mehr geweint als gelacht habe, seis vor Bauch oder Herzschmerzen, bin ich nun überglücklich wieder eine neue Perspektive zu haben.

Am 3 April lande ich Abends in Frankfurt. Aber außer meiner Familie und meinem Friseur wird mich keiner vor dem 10ten April zu Gesicht bekommen.
Denn am 4April fahre ich erst mal noch knapp 1 Woche in das Ferienhäuschen meiner Eltern nach Holland, um mich wieder ins „normale Leben“ einzufinden bzw für 6Tage Heilfasten.
Damit mein Bauch es leichter hat sich wieder an fettarme Vollkornkost und Obst mit Schale zu gewöhnen ;))) . Eins sag ich euch, so fettig wie in Indien habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gegessen!

Meine Lieben... ich gelobe Besserung und versuche auch die letzten Tage auf Sri Lanka regelmäßig zu bloggen. Bis die Tage :)


Samstag, 10. März 2012

Ende aus Micky Maus!

Hallo ihr Lieben :)



Heute gibt es nicht so erfreuliche Nachrichten...

In meiner ersten Nacht in Varanasi traf es mich gleich ganz übel... im wahrsten Sinne des Wortes... ich übergab mich mehrfach in der Nacht und so fühlte ich mich dann auch den darauffolgenden Tag. Statt wie geplant eine Bootstour zu machen, blieb ich also den ganzen Tag im Bett liegen. Zum Abend hin machte ich mit Simone zusammen einen kleinen Spaziergang und aß Bananen... aber so ganz gut ging es mir nicht dabei. Der Anblick von einem Hund mit einer großen offenen blutenden Wunde, machte das Ganze natürlich nicht besser. Die Nacht über  schlief ich und behielt sogar die Bananen bei mir.

Heute Morgen um 6Uhr holten wir dann die Bootsfahrt nach. Auf nüchternen Magen. Es war wirklich schön den Sonnenaufgang von der Flußseite aus zu sehen. Kurz vor Ende ließen Simone und ich auch noch eine Schale mit Blumen, einem Licht und Farbpulver ins Wasser und haben uns dabei etwas gewünscht. Nicht so schön war aber, das wir Zeuge wurden, wie eine Leiche verbrannt wurde.







Varanasi ist für Hindus ein Ort von großer Bedeutung. So sagt man, wer in Varanasi seine letzte Ehre erwiesen bekommt, bleibt von einer Wiedergeburt verschont und gelangt direkt ins Nirwana.

Der Leichnam wird vor der eigentlichen Verbrennung im Ganges gebadet und anschließend auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Die Holzauswahl für die Verbrennung hängt von den finanziellen Gegebenheiten der Familien ab. So ist Sandelholz z.B. die teuerste Holzvariante. Jedes einzelne Stück Holz wird vorher gewogen und der Preis berechnet. Zu wissen wie viel Holz man für die Verbrennung gebrauchen wird, ist vermutlich höhere Mathematik. Kinder, schwangere Frauen sowie heilige Männer werden nicht verbrannt sondern so zu Wasser gelassen (beschwert mit einem Stein). Der Sohn des Verstorbenen spielt eine sehr wichtige Rolle im Verbrennungsritual: Er ist in ein weisses Tuch gehuellt und laeuft fuenf mal (fuer die fuenf Elemente) um den Holzstapel mit der Leiche darauf, und muss dann das Feuer legen, dessen Funke vom heiligen Feuer des Gottes der Zerstoerung, Shiva, entspringt. Daher ist es in Indien so wichtig, einen maennlichen Nachkommen zu haben. Bei der Verbrennung, die ca. 3 Stunden dauert, duerfen nur die maennlichen Familienangehoerigen anwesend sein, da nicht geweint werden darf. Der älteste Sohn zündet das Feuer an, in das flüssige Butter gegossen wird (dient wohl als eine Art Brandbeschleuniger). Wenn das Feuer fast abgestorben ist, muss dann der Sohn den verkohlten Schädel spalten, damit Atman aus dem Körper austreten kann.

3 Tage nach der Verbrennung wir die Asche im Ganges (heiliger Fluss) verstreut.

An dem Hauptverbrennungsghat werden pro Tag etwa 200-300 Leichnamen verbrannt. 24Std am Tag.

Im gleichen Fluß baden sich übrigens täglich hunderte von Pilgern... spülen ihre Münder aus und/oder waschen ihre Kleider. Ich muss euch glaube ich nicht erzählen, dass mir bei dem Anblick und dem Hintergundwissen schier die Galle hochkam.

Nach unserer Bootstour am Morgen liefen wir den Weg zurück. Als wäre der Verbrennungskram nicht schon bewegend genug gewesen, sahen wir eine tote Hundewelpe im Dreck liegen. Auf dem Markt wurde Obst und Gemüse unmittelbar zwischen Kuhfladen und Straßendreck verkauft.. auch hier war wieder würgen angesagt. Es waren viele Eindrücke auf einmal auf meinen noch ziemlich flauen Magen.

Anschließend legten Simone und ich uns noch mal eine Runde aufs Ohr. Nicht zuletzt, weil die
Mittagshitze unerträglich ist. Dazu kommt das die Strassen von Varanasi besonders die an den Ghats, extrem eng und auch extrem dreckig sind. Man muss tatsächlich immer auf den Boden sehen, damit man nicht aus Versehen in einen grossen Kuhfladen tritt, oder anderes der gleichen Art. Durch die Enge stinkt es wesentlich mehr, denn die Luft steht zwischen den Haeuserwaenden ... und sie schnürt einem regelrecht die Luft ab. 





Ich habe dann heute versucht ein bisschen was zu essen.. mir war aber so schlecht, dass ich mir vorhin den Finger in den Hals gesteckt habe, um für Erleichterung zu sorgen. Hunger habe ich absolut keinen. Eher im Gegenteil. 

Meine Zeit in Indien ist gekommen. Ich kann es einfach nicht mehr. Gerade jetzt wo es mir gesundheitlich nicht astrein geht, merke ich, wie wenig ich nervlich noch aushalte. Dazu kommen noch die Erlebnisse mit den indischen Männern... ich will mich endlich wieder frei bewegen können. Als nächstes hätte eigentlich Darjeeling angestanden, aber ich habe mich nun dagegen entschieden. Morgen Abend springe ich auf einen 37,5 Std Zug nach Chennai. Gut 2000km stehen mir bevor. Von dort geht es dann am 14.März noch mal nach Sri Lanka und am 03.April zurück in die Heimat.


Ich habe mich tapfer geschlagen, viel gesehen, viel erlebt. Ich habe Indien lieben gelernt und kann euch nur sagen, dass mich bisher kein Land in gleichen Maßen so schockiert und fasziniert hat, wie Indien.

Ich melde mich wieder aus Chennai oder spätestens aus Colombo!


Bis dahin :)



Donnerstag, 8. März 2012

Happy Holi - Alles fest im Griff?

Hallo ihr Lieben,


liebe Grüße aus Varanasi. Ja wir sind mal wieder weitergezogen und angekommen, aber dazu später.
Erst ein mal möchte ich euch von dem Weltwunder berichten, dass Simone und ich gestern Morgen zum Sonnenaufgang besichtigt haben. Es ist weiß, es ist gigantisch, es ist wunderschön und es haut dich aus den Socken: das Taj Mahal. 




Gewidmet hat es der Großmogul Shah Jahan seiner Lieblingsfrau (einer von 72 Frauen), die im Alter von 38 Jahren bei der Geburt ihres 14ten!!!! Kindes starb. Der Bau dauerte fast 20 Jahre und es sollen über 20 000 Handwerker sowie 1000 Elefanten daran beteiligt gewesen sein.
Es ist ein unglaubliches Bauwerk, aber von innen war ich dann doch eher enttäuscht.

Keine 2m vom Taj Mahal entfernt herrscht übrigens bittere Armut... Dreck... Kinder in zerissenen Klamotten und das typische indische Leben mit verdreckten Straßen, offener Kanalisation und heruntergekommenen Häusern. Ganz schön erschütternd. Vor allem wenn ich euch jetzt sage, was der Eintritt ins Taj Mahal kostet und wie viele Besucher es täglich zählt... ich lasse es lieber..




Nun gut, nach dem Besuch des Taj Mahals knallten Simone und ich uns noch mal in die Kiste, bevor wir dann um 10:30Uhr auschecken mussten. Danach stand dann erst mal Frühstück an, gefolgt von einem Kinobesuch. Dafür ließen wir uns von einem Rikschafahrer zu einer Mall fahren. Vergesst ganz schnell eure übliche Vorstellung einer Mall. Von außen schien alles wie immer... Mc Donalds im Erdgeschoss, großes viereckiges Gebäude, steril, Rolltreppen... ich fühlte mich für einen Moment ein bisschen wie in Amerika, aber dann fiel uns ein ganz entscheidendes Detail auf... Die Mall war nur zu 1/3 wenn überhaupt mit Geschäften belegt!!!! Und noch dazu schienen außer uns auch nur Angestellte in der Mall zu sein. Da haben wir nicht schlecht geschaut... westliche Konzepte gehen nun mal nicht überall auf.

Nun gut.. da shoppen wohl keine Option mehr darstellte, rutschten wir mit unseren FlipFlops den frisch gewienerten Boden entlang zur nächsten Rolltreppe und fanden unseren Weg nach oben zum Kino. Ja wohl richtig gelesen KIONOHOOO. Wenn etwas zu einem Indienaufenthalt dazu gehört, dann ist es neben dem Besuch des Taj Mahals, das Schauen eines wasch echter Bollywood Film. "Will you merry me?" Ein 3stündiger Streifen voller Gesang, Tanz und erdenklichen Emotionen. Hach war war das schön und auch wenn 98% des Films auf Hindi waren, so haben wir dennoch verstanden worums ging.

Spät Abends gings dann mal wieder zum Bahnhof.. der Zug war pünktlich und die 620km von Agra nach Varanasi waren innerhalb von 13Std hinter uns gebracht. Nun ging es darum "nur" noch in eine Rikscha zu springen und zum Guesthouse zu gelangen. 

Es war aber Holi und das Bild was sich vorm Bahnhof abspielte war Kinoreif. Alles war voll mit Farbe, inkl der Rikschafahrer und die waren nicht nur bunt sondern auch noch stratze voll. Denn am Holi Festival darf getrunken werden, was die Hirse aushält und das schien sich auch die Rikscha-Mafia nicht 2mal gesagt haben zu lassen. Das Gasthaus hatte uns geschrieben, das sie uns nicht abholen könnten und wir am Prepaid Taxi Stand nach einem Taxi fragen sollen. Es würde ca 75 Rupee kosten.
Hatte ich schon erwähnt das betrunkene Rikschafahrer noch überheblicher sind als nüchterne??? Nein?? Man sollte auch meinen, dass man auch nicht überheblicher sein kann... aber es geht. So wollte uns keiner der farbenfrohen Gestalten für weniger als 300 Rupee irgendwo hin fahren. Wir streiteten erst ein bisschen rum und entschieden uns dann für eine Fahrradrikscha für 100Rupee. 


Es war alles ok, dann liefen Kinder auf uns zu und ließen die erste Farbe auf uns regnen ließen... irgendwelche Inder setzten uns dann noch lustige Hüte auf und ab gings... so weit war das auch alles noch lustig, doch dann grabschte im vorbeifahren erst Simone einer an die Möpse und anschließend mir. Einer versuchte sogar mich zu knutschen... ich spürte nur noch den Schnurri an meiner Backe. Ich habe gebrüllt wie am Spieß vor lauter entsetzen und das schlimmste ist, ich habe dem nicht mal eine zimmern können, weil ich so unter Schock war. Ich fluchte auf Englisch bis sich die Balken bogen und wollte nicht wahrhaben, was die Herren sich da gerade raus genommen hatten. 




Leider fiel uns zu spät ein, das Simone Pfefferspray dabei hatte.. ansonsten wären die Kerle mal ordentlich gewürzt worden. Wir entschieden uns dann den Rest des Tages unser Zimmer nicht mehr zu verlassen...zu unserer eigenen Sicherheit. 
Eins steht definitiv fest: Ich bin fertig mit den Indern! Haut mir ja ab mit denen, ich kann sie nicht mehr sehen. Und sowas passiert uns am Weltfrauentag... 

Ansonsten ist aber alles prima und morgen gehts auf Erkundungstour von Varanasi.

Bis dahin :)