Ayubowan liebe Blogfreunde,
jajajajajaja ich weiß, ich weiß
ich hätte läääängst wieder ein Lebenszeichen von mir geben sollen. Gerade wenn
man schreibt, dass es einen gesundheitlich eiskalt erwischt hat, man fast 38Std
Zugfahrt vor sich hat und noch dazu Indien verlässt… 3 besorgte Emails und 4
böse Nachrichten auf Facebook später melde ich mich nun also endlich zurück an
der Bloggerfront.
Wie ist es mir ergangen? Ja… die Zeit
verging zu meiner Verwunderung fast wie im Zeitraffer.
Kaum zu glauben, wie schnell die
37,5 Std im Zug vorbei gingen. Ich kann es selbst noch gar nicht glauben. Der
Bahnhof in Varanasi war gerammelt voll. Menschenmassen drängten sich mal wieder
vom einen Gleis zum anderen. Auf dem Boden saßen überall verteilt kleine
Grüppchen, die wenn sie nicht gerade ein Nickerchen hielten (ja in dem Trubel
können Inder schlafen), damit beschäftigt waren sich Essen in den Mund zu
schieben.
Es ist immer wieder ein Vergnügen
die Inder am Bahnhof zu beobachten.Auch wenn ich diesmal keine Sprüche mit Simone
klopfen konnte, denn die saß derweil schon in einem Bus in Richtung Nepal.
Nichts desto trotz geb ich hier
mal ein paar unserer gesammelten Sprüche zum Besten:
- Ein inder kommt selten allein
- Rutsch mir doch den Inder herunter
- Möge der Inder mit dir sein
- Inder essant
- Inder gration
- Inder national
- Inder aktion
- Inder pret
- Inder net
- Inder city
Mein Abteil teilte ich mir
glücklicher Weise mal fast ausschließlich mit indischen Frauen. Ihre Blicke
sind bei weitem nicht so störend, wie die der Männer. So wurde ich innerhalb
der 37,5Std über 50mal gefragt ob ich
was Essen möchte. Bekam Nüsse, Reis und Mandarinen hingehalten und versuchte
jedesmal aufs Neue den Damen verständlich zu machen, dass ich Magenprobleme
habe und deshalb nichts essen möchte. „Ahhhhh“ verständnisvolles Kopfnicken
nach meiner 1a Kotzdarbietung und keine viertel Stunde später wiederholte sich
das Schauspiel von vorne. Bemuttert wird man also nicht nur zu Hause ;) .
Mit der Zimmersuche war es
natürlich auch wieder nicht ganz einfach… Chennai an sich ist als „teures
Pflaster“ bekannt. So hatte ich ratzfatz meine Lonely Planet Tipps erfolglos
abgeklappert (alle ausgebucht). Ich fand letzten Endes dann aber noch ein
Bettchen zum schlafen (ein sehr bequemes sogar mit wahnsinns Kissen) Ja ihr
Lieben, die Betten in Indien waren nicht immer das Gelbe vom Ei! Die Nacht über
tat ich aber kein Auge zu, da ich von Mücken maltretiert wurde… es hing
natürlich kein Moskitonetz über dem Bett und mein eigenes war schon verstaut… zu
dem wäre es auch schwer geworden es irgendwie über dem Bett zu installieren..
so stand ich dann schon um 5 statt um 6 unter der Dusche und machte mich
anschließend dann ganz in Ruhe auf den Weg zum Flughafen in Chennai.
Am Flughafen in Colombo gelandet,
wurde ich von Edi und Werner (ihr erinnert euch an das Ehepaar vom Niederrhein,
die ich in Varkala kennengelernt habe??) mit offenen Armen empfangen. Die
Beiden sind ebenfalls bis Anfang April noch auf Sri Lanka unterwegs Hach ja,
das war ein bisschen wie Familie wiedersehen. Einfach nur schön J.
Mit den Beiden bin ich dann mit dem Bus in Richtung Süden aufgebrochen, nach
Hikkaduwa. Hier habe ich bereits im Dezember schon einige Tage verbracht. Und
ich hause auch wieder im drunkenmonkey und wer hätte das gedacht, sogar im
gleichen Zimmer :D . Die Leutchen hier erinnerten sich natütlich noch an mich
und freuten sich gleichermaßen mich doch so schnell schon wiederzusehen.
Wieso nun wieder SriLanka?
Ja…eine berechtigte Frage.
Da muss ich jetzt etwas weiter
für ausholen… holt euch schon mal Tee und Kekse und machts euch bequem ;) .
In Agonda, Goa hat sich bei mir
gedanklich einiges getan. So habe ich nicht nur beschlossen relativ zeitnah
auszuziehen, sondern auch beruflich ein neues Ziel ins Auge gefasst.
Von den Plänen hatte ich erst mal
nur meinen Eltern und Titti ausführlich berichtet. Ich hoffe ihr verzeiht…
teile ich doch sonst jede Neuigkeit sofort mit euch…
Jedenfalls spiele ich mit dem
Gedanken mich selbstständig zu machen und zwar mit nichts geringerem als …
*tusch* Mode!
Die liebe Simone stand mir in
Indien schon treu als Einkäuferin zur Seite, als ich 8 Paar Schuhe!!!!! Und
fragt mich nicht wie viele Armreifen, eingekauft habe. An der Stelle noch mal
ganz ganz lieben Dank :* .
Auf Sri Lanka habe ich mir im Dezember
2 Kleider schneidern lassen. Eins schöner als das andere und so besonders, dass
ich der Meinung bin, die importieren zu müssen.
So maschierte ich vorgestern also
zu der Schneiderin meines Vertrauens und eröffnete ihr, dass sie mir wohl noch
gut 10 Kleider nähen dürfe. Die Frau ist fast in Tränen ausgebrochen.. ganz
fest gedrückt hat sie mich daraufhin und heute habe ich mit Edi zusammen die
kleine Schneiderhütte auf der Suche nach geeigneten Stoffen auf den Kopf
gestellt. Edi hat übrigens auch 2 Kleider in Auftrag gegeben, obwohl sie und
Werner schon jetzt zu viel Gepäck dabei haben und sie mal dringend radikal
aussortieren müsste…. FRAUEN!
Wobei das für mich ausnahmsweise
mal nicht gilt. Ich bin mit meinem 45L Rucksack prima durch Indien getingelt…
trotz der 8Paar Schuhe + dem riesen Bündel Armreifen und meiner ganzen
Medikamente… Frau Aderhold hat sich wahrlich selbst übertroffen in Sachen
Minimalismus und Edi sowie auch Simone zeigten sich ehrfürchtig vor der
Leistung.
Oh ich schweife ab. Nun ja. Zu aller erst werde ich Zuhause mal das
Arbeitsamt aufsuchen und mich dann dort beraten lassen. Das Konzept steht
jedenfalls und ich bin Feuer und Flamme für mein Projekt.
So kann ich nicht nur meine
Reiselust mit dem Beruf verbinden, sondern auch meine Liebe zu Mode, Fashion,
Accessoires. Und ganz nebenbei auch noch kreativ austoben was das Marketing usw
angeht. Das ist genau das was ich machen will. Und ganz nebenbei, helfe ich
auch noch den Leuten vor Ort siehe Schneiderin.
Die Selbstfindung die ich mir von
meiner Reise erhofft habe, läuft also in vollem Gange.
Es ist die Kunst aus allen
Umständen, die dir das Leben gibt das Beste rauszuholen und nach 2 verkorksten
Jahren in denen ich mehr geweint als gelacht habe, seis vor Bauch oder Herzschmerzen,
bin ich nun überglücklich wieder eine neue Perspektive zu haben.
Am 3 April lande ich Abends in
Frankfurt. Aber außer meiner Familie und meinem Friseur wird mich keiner vor
dem 10ten April zu Gesicht bekommen.
Denn am 4April fahre ich erst mal
noch knapp 1 Woche in das Ferienhäuschen meiner Eltern nach Holland, um mich
wieder ins „normale Leben“ einzufinden bzw für 6Tage Heilfasten.
Damit mein Bauch es leichter hat
sich wieder an fettarme Vollkornkost und Obst mit Schale zu gewöhnen ;))) .
Eins sag ich euch, so fettig wie in Indien habe ich in meinem ganzen Leben noch
nicht gegessen!
Meine Lieben... ich gelobe Besserung und versuche auch die letzten Tage auf Sri Lanka regelmäßig zu bloggen. Bis die Tage :)