Dienstag, 28. Februar 2012

Alles hat ein Ende nur die Busfahrt die nimmt keins


Hallo liebe Bloggemeinde

Jaipur hat meinen Geduldsfaden bis auf den letzten mm strapaziert.
So dachte ich gestern Abend um 20Uhr, als ich aus der Dusche kam, alles sei perfekt.
Der Rucksack war gepackt, ich war schon ordentlich müde und in gut 2Std würde ich bereits unterwegs nach Haridwar sein. Höhöhöhö so viel zur Wunschvorstellung.
Es kam aber natürlich wieder alles anders…

Mein Gasthausbesitzer verabschiedete mich – natürlich wieder bei einer Tasse Chai- und sagte mir die Rikschafahrt zur Abfahrstelle vom Bus, würde etwa zwischen 30-40 Rupien kosten. Auf keinen Fall mehr!
Das mir den Preis kein Rikschafahrer anbieten würde, war mir natürlich klar.
Der erste Rikschafahrer ließ nicht lange auf sich warten und jetzt ratet mal was der haben wollte… keine 30, keine 40 nein auch keine 100 sondern stolze 180 Rupien! Ich habe daraufhin mal wieder angefangen zu lachen und mich im gleichen Atemzug von ihm abgewendet. 180 ist keine Verhandlungsbasis. Er folgte mir natürlich und wollte letztendlich dann noch 50 Rupie haben. Nö, nicht mit mir. Rikschafahrer gibt’s an jeder Ecke auf DICH bin ich nicht angewiesen. Alter Abzocker! Ich zahle max 40. Ende!

Und so kams dann auch 40 Rupie habe ich bei einem anderen gezahlt und sollte dann auch eigentlich bei meinem Bus sein…An der besagten Adresse standen auch dutzende von Reisebussen parat, aber keiner in Richtung Haridwar.
Noch 30min bis zur Abfahrt… ruhig bleiben… also fragte ich mich durch.. wurde von Bus zu Bus verwiesen, wieder ging mein Ticket rum wie der Klingelbeutel in der Kirche und 20min vor Abfahrt teilte mir dann ein Busoperator in aller Seelenruhe mit, das der Bus woandern abfahren werde. WOANDERS???? Einatmen, Ausatmen schööön geschmeidig bleiben.
Eine weitere 40 Rupie Fahrt später wieder umgeben von Reisebussen… allerdings nur noch eine Handvoll. Auch hier Ratlosigkeit unter den Indern.

Noch 10min bis zur Abfahrt…. Jetzt wurde ich rappelig. Man schickte mich kreuz und quer über die Straßen,  netterweise hatte ein Busoperator mein Ticket in der Hand und eilte vorraus. Und das Ende vom Lied? Der Bus hatte 3Std Verspätung. Super! Spät Abends bzw um Mitternacht noch auf den Straßen Jaipurs unterwegs umgeben vom Pöbel Jaipurs, genau so habe ich es mir NICHT vorgestellt.
Da mit jeder weiteren Stunde die verging, mein Grad der Gereiztheit weiter anstieg, und mich zu allem Uberfluß auch noch ein Inder auf unverständlichem Inder Englisch vollschwafelte, ließ ich es mir nicht nehmen einen der vielen Gaffer um mich rum einfach mal zu konfrontieren. „WHY ARE YOU STARRING AT ME? HAVE YOU NEVER SEEN A WHITE WOMEN BEFORE?“ Huch da schreckte aber jemand zusammen.. aber statt sich vom Acker zu machen, stellte er sich in meinen „toten Winkel“ und glotzte weiter… am liebsten hätte ich den davon gejagt. Wie kann man nur so ätzend sein. Als Frau hat man es in Indien wirklich nicht leicht.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatte übrigens Simone, als sie von der Kamelsafari zurück kam… sie erwischte einen Inder, der durchs Schlüsselloch spannte, während sie duschte. Ja hat man da denn noch Fragen???

Nun gut… irgendwann kamen dann noch 2 weitere Inder auf mich zu gestiefelt. Ein Mädel und ein Junge. Beide ganz aus dem Häuschen und ließen mir vor lauter Fragen keine Zeit zum Antworten. Während er eher  zurückhalten agierte, war das Mädel kaum zu bremsen… sie fasste in meine Haare, schaute meine Fingernägel an (unlackiert, stink normale Fingernägel) , bewunderte immer wieder meine Haare, meine Augen und vorallem meine Tasche aus Sri Lanka. Zum Abschied wollte sie unbedingt noch eine Umarmung. Die bekam sie natürlich auch. Irgendwie sind indische Mädels ja goldig. Aber ich kann mir jetzt in etwa vorstellen, wie sich ein Z Promi fühlen muss.



Das Mädel reiste nach Bikaner und versuchte mich zu überreden doch mit ihr mit zu kommen. Nee nee lass mal lieber. Ihr Bekannter musste beruflich nach Dehli, und war, wie sich später raus stellte, im selben Bus wie ich. Er erklärte mir einiges über das Kastensystem in Indien, über indische Hochzeiten usw. Eine willkommene Ablenkung das sag ich euch. Was mich aber ein wenig genervt hat, war seine bemutterungsversuche. Sie waren natürlich alle nur gut gemeint mit willst du was trinken/essen musst du auf Toilette usw, aber ich bin 22, reise allein durch Indien… ich denke ich komme ganz gut klar. Ich brauche keinen Vormund, auch wenns bei euch vllt so üblich ist.

Nun ja... ich erreichte Haridwar zwar spaeter als erwartet, aber das war ja nicht weiter tragisch. Mit dem oeffentlichen Bus gings dann noch die restlichen 24km nach Rishikesch.

Auf den ersten Blick ist Rishikesch wunderschoen. Was nicht zuletzt auch am heiligen Ganges liegt, der Mitten durch Rishikesch fliesst. Ich hatte euch ja bereits erzaehlt, dass Rishikesch als die Geburtsstaette von Yoga gehandelt wird und an so einem spirituellen Ort darf was natuerlich nicht fehlen? Na??? Ganz genau seltsame Gestalten, halb Hippies, halb spirituell abgehoben. So hatte ich heute beim Mittagessen einen Mann am Nachbartisch sitzen, der optisch zwar ganz unaufaellig war, aber nach Erhalt des Essens, seine Haende darueber hielt fuer locker 5min... nun gut... wenns dann besser schmeckt ;) . Ihr duerft das gerne mal zu Hause ausprobieren und mir von euren Erfahrungen berichten.

Am Donnerstag kommt det liebe Simone nach Rishikesch wuhuuuu, kaum getrennt dann doch wieder vereint. Ich habe heute bereits erste Angebote fuer Trekking und Rafting Touren eingeholt. Vom Bungee-jumping nehm ich dann aber doch lieber Abstand :D .







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